Die Borkumer Kleinbahn hat ihren Ursprung in einer 1879 für den Bau des Neuen Leuchtturms eingerichteten Baustellenbahn mit Pferdebetrieb. Das Emder Bauunternehmen Habich & Goth schaffte Gleise und Loren nach Borkum, um sich den Transport des Baumaterials von der Landungsstelle im Hopp zur Baustelle im Westen der Insel zu erleichtern.
Nach dem Ende der Bauarbeiten blieben die Gleise zunächst liegen, auch wenn einige Borkumer den Abbau der Strecke wünschten. Habich & Goth konnten schließlich einen Vertrag über den Bau eines Schiffsanlegers und den Betrieb einer Eisenbahn von dort in den Ort schließen. Für die neue Strecke wurde das vorhandene Material der Pferdebahn verwendet, woraus sich die Spurweite von 900 mm ergab. Bei Baustellenbahnen war sie seinerzeit recht verbreitet, für öffentliche Schmalspurbahnen aber etwas ungewöhnlich.

Am 15. Juni 1888 konnte die neue „Borkumer Kleinbahn“ ihren Betrieb aufnehmen. Statt wie geplant mit Pferden wurden die Züge allerdings mit den Lokomotiven MELITTA (1877 von Krauss & Co. gebaut und später gebraucht an Habich & Goth gelangt) und BORKUM (ebenfalls von Krauss, aber 1888 fabrikneu nach Borkum gekommen) befördert. Eine dritte Lok (MORITZ, Baujahr 1874), die bereits beim Bau der Kleinbahn eingesetzt worden war, blieb auf Borkum und stand für Bauarbeiten usw. zur Verfügung.



© Thomas Feldmann, Emden (Ostfriesland)
letzte Änderung 23.10.2025 (erstellt 13.09.2025)
